„Besser dabeihaben und nicht brauchen als umgekehrt“

Was auf jedes EDC zutrifft macht auch vor dem Car EDC nicht Halt.

Wir alle kennen und lieben unsere Every Day Carries und haben sie – um jeder Situation zu trotzen – bis ins kleinste Detail optimiert. Was ist aber mit denen die viel mit dem Auto unterwegs sind? Mitarbeiter im Außendienst, Personen mit einem längeren Anfahrtsweg zur Arbeit, Personen die in geographischen schwierigen Gegenden leben in denen das Warten auf den nächsten Pannendienst auch mal länger dauernd könnte und so weiter. Meist reicht ein normales EDC in solchen Fällen nicht aus oder stellt nicht genügend Platz zu Verfügung.

Ich zähle zur Kategorie Mitarbeiter im Außendienst mit einem Stamm von Kunden in einem Radius von 60km und einem geographischen Mix von beengter Stadt bis hin zum kleinsten Kaff. Da dazwischen auch ca. 400 Höhenmeter Unterschied liegen kann es gut sein, dass es unten im Tal nieselt und auf der Schwäbischen Alb ein Schneesturm tobt. Das ich zu meiner Studienzeit damals noch in den tiefsten Schwarzwald pendeln musste und mir aufgrund der dortigen extremen Schneeverhältnisse das erste Mal wirklich Gedanken über nützliche Tools im Auto gemacht habe kommt mir jetzt zugute.

Um mich für alle Fälle zu wappnen habe ich zum einen mein Auto mit Gear bestückt und zum anderen ein paar Verhaltensregeln aufgestellt:

Meine zwei wichtigsten Verhaltensregeln:

  1. Der Tank ist niemals leer; gerade im Winter achte ich darauf, dass mein Tank wenn möglich mindestens immer halb voll ist. Zu schnell gerät man mal in einen Stau oder des Nachts auf der schwäbischen Alb in einen Schneesturm und das Letzte, das man in dem Fall gebrauchen kann ist wenn die Karre aus Spritmangel stehen bleibt. Vor längeren Fahrten oder Fahrten über Land werden natürlich zusätzlich Öl und Scheibenwischwasser kontrolliert.
  2. Bei Reisen in unbekanntes Terrain verlassen sich viele heutzutage auf ihr Navi oder den Routenplaner auf Ihrem Handy, diese kleinen Luxusgeräte kennen jede noch so kleine Straße, können sogar Staus rechtzeitig erkennen und einen auf Alternativroute umleiten.
    Allerdings ist schnell mal der Akku leer oder ein anderer technischer Defekt rafft das kleine Spielzeug dahin und was dann?
    Das Stichwort in diesem Fall ist Redundanz! Natürlich benutze auch ich gerne mein Handy als Navigationsgerät habe aber sicherheitshalber immer ein Backup dabei. Sei es der gute alte Straßenatlas, ein Ausdruck der Strecke in Farbe oder mein Garmin GPS-Gerät. Mindestens eine Lösung wartet sicherheitshalber im Handschuhfach auf ihren Einsatz.

Mein Equipment:

Folgendes Material ist im Fahrgast- und Kofferraum bzw. dem selbstgezimmerten doppelten Ladeboden meines Fahrzeuges zu finden.

  • Ein Set aus CB und PMR Funken
  • Ein paar der gängigsten Sicherungen,
  • Warnwesten für jeden Sitzplatz im Auto,
  • Ein kleiner 2kg Pulver-Feuerlöscher,
  • Abschleppseil und Starterkabel,
  • Klappspaten, Beil und Säge,
  • Stirnlampe,
  • Arbeitshandschuhe,
  • Checkliste für den Fall eines Unfalls,
  • Ladungssicherungsmittel wie Spanngurte und eine Antirutschmatte,
  • Eine magnetische rundum Signallampe,
  • Wanderstiefel stehend in einer kleinen Ikea-Box,
  • Als Ergänzung zum Erste-Hilfe-Kasten noch Desinfektionsmittel, Kaugummis, Feuchttücher, Tempos, zusätzliche Rettungsdecken
  • 2 x 1,5 Liter Flaschen Sprudel
  • Und zu guter Letzt ein USB Adapter für den Zigarettenanzünder um Handys zu laden.

Hier ein paar Ergänzungen zu einzelnen Punkten:

Funken:

Ich muss gestehen, was das Thema  CB-Funk angeht bin ich ein absoluter Neuling. Das ALAN 42 wurde mir allerdings als gutes Einsteigergerät empfohlen und ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht  bzw. sogar ein paar relativ gute Gespräche über größere Distanzen zustande gekriegt.
Mit dabei ist ein Set aus Akkupack für den mobilen Betrieb, ein Adapter für den Zigarettenanschluss bei Betrieb im Fahrzeug, ein Lautsprecher Mikrofon sowie eine Albrecht CL 27 Hyflex Antenne.

Für Urbex Touren bzw. für die Konvoi Fahrten dahin sind alle Ducks mit dem Midland G7 Pro in Tarn ausgestattet. Das kleine PMR Wunder leistet tolle Arbeit und sieht nebenbei auch noch super aus. Ein seperates Langzeit-Review hierzu soll noch folgen.

Feuerlöscher:

Der kleine Pulver-Feuerlöscher reicht im Falle eines Fahrzeugbrandes nirgendwo hin, das ist mir natürlich vollkommen klar. Ich persönlich sehe auch keinen Sinn darin ein brennendes Auto zu löschen, mit einem halb verbrannten Auto fange ich auch nichts mehr an und selbst wenn ich es wieder zum Laufen bringe rostet mir ein mit Pulver gelöschtes Auto sowieso in den nächsten Jahren unter dem Hintern weg. Ich alarmiere die Feuerwehr und das war’s!

Der Löscher dient einzig und allein einem Zweck. Sollte ich zu einem Unfall kommen bei dem Personen in einem brennenden Auto eingeschlossen sind lässt sich mit dem Löscher hoffentlich ein bisschen Zeit gewinnen.

Klappspaten, Beil und Säge:

Seitdem ich bedingt durch meine Studium lange Jahre teilwiese unter widrigsten Bedingungen und dem Schnellfall des Zorns in den tiefsten Schwarzwald fahren musste habe ich diese Hilfsmittel im Auto. Der Klappspaten der US-Armee ist ausreichend groß um ein, in einer Schneeverwehung, steckengebliebenes Auto freizuschaufeln und mit dem Fiskars X7 Beil und der Felco 611 Säge  lassen sich auf der Straße liegende Äste schnell und sauber zerteilen.

Wanderstiefel in der Ikea-Box:

Meine Wanderstiefel transportiere ich aus Gründen der Sauberkeit in einer 5 cm hohen Ikea-Box. Nach dem Gebrauch lassen sie sich so im Auto transportieren ohne den ganzen Kofferraum zu verdrecken.

Stirnlampe:

Zwar habe ich immer eine Taschenlampe in der Hosentasche und eine weitere im Rucksack aber dennoch habe ich immer eine Stirnlampe im Auto. Wieso das?
Schneeschippen, Äste sägen, Reifen wechseln, das alles sind Tätigkeiten die man am besten mit zwei Händen macht und genau darum habe ich die Petzl Tikka Stirnlampe im Auto. Im EDC-Rucksack befinden sich sicherheitshalber noch Ersatzbatterien für die Lampe.

Weiterhin begleitet mich mein EDC Rucksack bei jeder Fahrt im Kofferraum, das Review zu ihm könnte ihr hier (Part 1 / Part 2) lesen.
Da mein Fahrzeug lediglich durch mich genutzt wird verzichte ich darauf den Inhalt meines EDC-Rucksacks zusätzlich ins Auto zu packen. So reicht es wenn mein Rucksack bei jeder Fahrt ergänzend im Kofferraum ist.

Habe ich eurer Meinung nach irgendetwas vergessen oder habt ihr weitere Fragen? Nur her damit!

 

Cheerz Tick // TAC DUCK